Hirnwellen

Hirnwellen sind die graphische Darstellung des elektrischen Aktivität des Gehirns. Diese werden durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche gemessen (EEG).

Man kann die Hirnwellen und die damit verbundenen Bewusstseinszustände in 5 Kategorien unterteilen, Alpha, Beta-, Gamma-, Delta- und Thetawellen. Die Frequenzangaben variieren geringfügig, je nach Quelle. Jeder Bewusstseinszustand entsteht aus den Bausteinen Beta-, Alpha-, Theta- und Deltawellen, nur selten findet man eine einzige Kategorie vor. Meist überlagern sich diese Wellen, aber gewisse Wellen sind dominant in gewissen "Stimmungen" oder Aktivitäten. Die Rolle der erst kürzlich entdeckten Gammawellen ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung.

So sehen einige der Frequenzen aus, wenn man die Spannung (in mikroVolt) als Funktion der Zeit (Sekunden) darstellt:


http://www.brainact.ch/images/hirnwellen_517.jpg

Im Alltag herrschen meistens Alpha- und Betawellen vor, je nachdem wie wir "drauf" sind.

Die schnellsten Wellen sind die Betawellen (38 - 15 Hz), im niedrigfrequenten Bereich treten sie besonders bei logischem, klarem, kritischen Denken und unserem normalen Wachbewusstsein auf. Höhere Frequenzen zeigen oft innere Unruhe, Angst und Stress auf.

Alphawellen (14 - 8 Hz) treten in gelöster, entspannter Grundhaltung, beim Tagträumen und Verliebtsein, Visualisieren oder allgemein während tiefer Entspannung auf. In der Meditation stellen sie ein Art Brücke dar, über die Informationen aus dem Theta-Bereich in unser Wachbewusstsein gelangen können.

Thetawellen (7 - 4 Hz) treten bei tiefer Entspannung auf, sie sind die Wellen des Unterbewussten. Sie kommen besonders beim Einschlafen, Träumen, in der Meditation und während kreativer Zustände vor. Im Theta-Bereich finden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Bilder aus dem Theta-Bereich sind oft weniger farbig, manchmal bläulich getönt, vermitteln aber meist ein tieferes Gefühl von persönlicher Bedeutung als die lebendigen, bunten Bilder der Alphawellen (Astrale Bilder???) Thetawellen allein bleiben unbewusst, erst wenn auch Alphawellen dazukommen, können wir ihre Inhalte bewusst wahrnehmen oder erinnern. Auch fördert dieser Bereich das Lernen und die Merkfähigkeit, und in ihm wird das Verhältnis zwischen Natrium und Kalium im Hirn ausbalanciert, was eine Rolle in der Erholung müder Gehirnzellen während der Schlafs spielen soll.

Deltawellen (3 - 0,5 Hz) sind die Hirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen den unbewussten Bereich dar. Im traumlosen Tiefschlaf produzieren wir ausschließlich Deltawellen. Sie kommen aber auch in Kombination mit anderen Hirnwellen vor. Dann entsprechen sie einer intuitiven Aufmerksamkeit, einer Einfühlung in Situationen oder andere Menschen. Zusätzlich stimulieren Wellen im Delta Bereich die Produktion von Hormonen, die das Immunsystem stärken, was erklärt, warum man durchs Schlafen schneller gesund wird.

Seit kurzem hat man auch noch höhere Wellen, Gammawellen (100 - 38 Hz) gefunden, die besonders bei starker Konzentration, Spitzenleistungen, aber auch bei Angstzuständen, Schizophrenie und Hyperaktivität auftreten. Kurioserweise wurden sie auch bei Verschmelzungserlebnissen, das Gefühl universellen Wissens und Verlust des Ich-Gefühls beobachtet. Derzeit werden vor allem Gammawellen im Frequenzband um 40 Hz im Zusammenhang mit fokussierter Meditation erforscht.

Bei der Meditation findet man also eine Kombination aus Alpha- und Thetawellen, ohne Beta- und mit oder ohne Deltawellen. Sowohl Alpha- als auch Thetawellen sind notwendig. Wenn man so tief meditiert, dass nur noch Theta- und Deltawellen, aber keine Alphawellen mehr produziert werden, kann man sich an die Inhalte der Meditation nicht erinnern. Alpha ist deshalb besonders in Kombination mit anderen Hirnwellen bedeutsam. Es ist das Tor zum Bereich des erweiterten Bewusstseins, kurz unterhalb unserer bewussten Wahrnehmung. Fehlt Theta, erleben wir zwar eine lebendige Imagination, jedoch ohne Tiefe, ohne Einsicht oder innere Bedeutung. Ich interpretiere das mal als Astrales.

Wenn man dem Meditationsmuster niederfrequente Betawellen hinzufügt, entsteht der sog. "Awakened Mind" Zustand, das Muster der Yogis, aber auch typisch für Kinder im Vorschulalter. Erst nach Beginn der Schulzeit stellt sich langsam das für Erwachsene typische hochfrequente Beta ein, während sich die Ausprägung der anderen Hirnwellen verringert. Beim Awakened Mind verbindet sich Intuition der Deltawellen, die kreative Inspiration, persönliche Einsicht und spirituelle Bewusstheit der Thetawellen, das entspannte, losgelöste Bewusstsein der Alphawellen und die Möglichkeit, Gedanken bewusst zu verarbeiten, zur Verfügung, alles zur selben Zeit.


Solveig

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